Montag, 8. Dezember 2008

Hong Kong gehört zu ?

Ich habe in den drei Tagen in Hong Kong mehr Ferraris, Lamborghinis und Bentleys gesehen wie in den 3 Jahren, in denen ich in Stuttgart gewohnt habe. Auf Hong Kong Island habe ich nicht einen Zigarettenstummel auf dem Boden entdeckt. Nicht ein Mensch hat in meiner Anwesenheit auf die Strasse gespuckt, genossen oder gehustet. Alle Taxis und Busse sowie ein Großteil der Autos auf Hong Kong Island fahren mit Gas. Alle öffentlichen Bedienflächen wie zum Beispiel im Aufzug der Hochhäuser werden min. alle 4 Stunden gereinigt (Sanatized every 4 hours). Es wird nicht bei rot gelaufen. Auf Hong Kong Island sind die Läden der Superreichen wie z.B. Louis Vuitton oder Prada so groß wie ein Karstadt bei uns in Deutschland.

Die Rede ist immer von Hong Kong Island. Das darf man nicht vergessen. Auf dem Festland sieht es vermutlich doch ein wenig anders aus. Ich hatte leider nicht die Zeit, Kowloon oder weitere Stadtteile auf dem Festland zu besichtigen. Samstagabend war ich nur für 2 Stunden auf Kowloon. Dort aber auch nur am Ufer um von dort aus die Lightshow der 12 höchsten Gebäude auf Hong Kong Island anzuschauen. Anschließend habe ich noch eine Stunde lang die Skyline von Hong Kong betrachtet. Einfach unbeschreiblich. Das kann kein Foto festhalten. Muss man selber gesehen haben. Mein Mund war nach diesen insgesamt zwei Stunden ausgetrocknet.

Die Preise in Hong Kong entsprechen dementsprechend der Optik der Stadt. Freitagabend waren wir aus. Das günstigste Bier welches wir konsumierten schlug mit 5 € zu buche. Das war Carlsberg. Nach oben gab es keine Grenze, was dazu geführt hat, dass nun mein Traum vom Eigenheim ganz schön weit in die Ferne gerückt ist. Komischerweise aber hat mich, trotz meiner schwäbischen Wurzeln, das Geldausgeben in Hong Kong in keinster Weise interessiert. Ob fünf, acht oder zwölf Euro für ein Bier, es war einfach geil. Dieser internationale Flair, der, vermute ich, in Hong Kong ziemlich einmalig sein dürfte hat mir irrsinnig gut gefallen.

Gewohnt habe ich bei Freunden von mir aus Namibia, im 58ten Stock auf Lantau Island. Auf dem Balkon im 58sten Stock zu stehen ist schon anders als auf dem Balkon Zuhause im 2. Stock. Auch das lässt sich nicht so richtig mit Worten beschreiben.

Sicher nicht das letzte mal, das ich in Hong Kong war.

Meine Heimreise verlief mehr oder weniger ruhig ohne Zwischenfälle mit der gleichen Maschine und der gleichen Crew wie am Freitag. Das essen war wieder äußerst pampös. Vorzüglich. Anfangs noch ein wenig amüsiert von den unzähligen Rülpsern um mich rum fing ich an gefallen dran zu finden und reihte mich als Sopranrülsper in das Orchester ein. Gegen Ende des Fluges bekam ich die 1. Stimme. Kurz vor der Landung schloss mein Sitznachbar das Konzert mit einem Rülpser, der sicher an den von Paul Hunn (unglaubliche 107.1 dB) aus dem Jahre 2008 rankam. Meinen Applaus verstand er nicht.

( Meine Bekannte hatte freundlicherweise ein paar Bilder gemacht. Geschossen ein Stück westlich vom Peak.)

Samstag, 6. Dezember 2008

Hong Kong

Um meine Aufenthaltsgenehmigung in China um weitere 60 Tage zu verlängern, bin ich heute nach Hong Kong geflogen.

Geboarded hab ich um 8:05 und circa eine halbe Stunde später spürte ich den Schub der beiden Strahlentriebe der Firma CFM International sehr deutlich. Mir war zu diesem Zeitpunkt ein wenig mulmig, da einer der beiden Triebwerke kurz zuvor geraucht hatte. Nach Erreichen unserer Reisehöhe weichte jedoch die Mulmität einer plötzlichen Müdigkeit. Selbst die unzähligen, doch beachtlichen Bäuerchen meiner Sitznachbarin konnten mich von meinem Nickerchen nicht abhalten. Erst der frische Duft des äußerst deliziösen Flugzeugfrühstücks holte meinen Geist wieder zurück in die etwas veraltete Boing 737-800 der Air China zurück.

Circa drei Stunden später befanden wir uns im Landeanflug auf Hong Kong. Dieser ist auf Grund des neuen Chek Lap Kok Flughafens nicht mehr so spannend, wie noch vor 10 Jahren, als die Flugzeuge durch die Skyline Hong Kongs den Kai Tak Flughafen ansteuerten.

Eine richtige Landung muss knallen. Unsere Piloten haben so richtig gelandet, das hätte niemand besser hingekriegt. Nach unzähligen Minuten des Wartens, Schlangestehens und Laufens im Flughafen, fuhr ich dann mit dem Airport Express nach Hong Kong Island. Bankenviertel. Unbeschreiblich. Groß, hoch, groß. Aber trotzdem auf engstem Raum. Anzüge. International. Linksverkehr. An Jeder Ecke ein Hochzeitspaar. British. Teuer.

Das geordnete China. Very impressive.

Ich habe sicherheitshalber meine Kamera in Tianjin gelassen. Deshalb keine Bilder.

Im Moment sitze ich in einem kleinen Park (Statue Square Park) vor dem Legislative Council Building und warte auf eine alte Klassenkameradin von mir aus Namibia. Im Hintergrund Weihnachtsmusik und die Bank of China. Verrückte Welt.

Montag, 1. Dezember 2008

Meine Residenz

Seit vergangenem Sonntag wohne ich nun nicht mehr im Hotel sondern in meiner Residenz im Süden Tianjins, im Hexi Destrict. Diese übernehme ich von meinem derzeitigen Vorgesetzten, der Ende kommender Woche zurück nach Deutschland geht. Bis dahin teilen wir uns die Residenz.

Laut Aussage des Vermieters besitzt diese eine Gesamtfläche von 122m². Allerdings habe ich gestern mal grob nach gemessen und bin nur auf circa 100m² gekommen. Das entspricht ungefähr achtmal der Fläche, die ich in Deutschland zum residieren hatte. Somit kommt es mir auf die fehlenden 22m² nicht so an, zumal die Wohnung nicht aus meiner Tasche finanziert wird.

Die Residenz befindet sich in einem Compound Namens The Sixth Garden Second Phase. Woher dieser exotische Name kommt, weiß ich nicht. Ich habe schon von einem Compound hier in Tianjin gehört, der Ocean’s View heißen soll. Der Namensgeber dieser Compounds scheint immer der gleiche zu sein.

In meinem Compound leben so gut wie nur Chinesen. Jedenfalls habe ich bis zum heutigen Tage noch keine Langnase bis auf die meinige und die meines Vorgesetzten hier im Compound gesehen.

Hier in der näheren Umgebung gibt’s soweit alles, was man sich nur vorstellen kann. Vom Friseur bis zum Fitnessstudio alles. Das einzig negative sind die 40min Fahrtzeit, die meine Residenz von meinem Arbeitsplatz trennen.


(mein Compound.)
(erster EIngang, erster Stock, links.)
(mein Wohnzimmer.)
(meine Küche bzw. mein Esszimmer. Die Küche befindet sich hinter der Tür.)
(Schlafzimmer Nr. 1.)
(Schlafzimmer Nr. 2.)