Mittwoch, 12. November 2008

Beim Japaner

Vergangene Woche Freitag sind einige Kollegen und ich nach der Arbeit bei einem sehr chinesischen Japaner in der Stadt gelandet. Das besondere bei diesem Japaner Freitags: für ca. 15€ pro Langnase essen und trinken so viel man kann. Ursprünglich wollten wir zu einem, wo es mal 12€ gekostet hat. Jedoch ist dieser wohl vor ein paar Wochen durch genau so eine ‚All You Can’-Aktion an uns pleite gegangen. Jedenfalls war der Laden letzten Freitag leer.

Dem Preis entsprechend ein eher gehobeneres Restaurant, welches in mehrere Séparées aufgeteilt war. Jedes dieser Séparées bot Platz für 8 Personen welche in einem Halbkreis um eine relativ große Edelstahlplatte verteilt waren. Des weiteren waren zwei Bedienungen und ein Koch, welcher auf beschriebener V2A Platte das Essen frisch zubereitete dem Séparée zugeteilt. Die Bedienungen waren so aufmerksam, dass man nie den letzten Rest der Bierflasche trinken musste. Auch kam man nicht dazu, die Zigarette selbst zu entzünden.

Nach der schmerzhaften Erfahrung von zu viel Wasabipaste zu Beginn, ein sehr gelungener Abend. Kulinarisch gesehen ein sehr abenteuerlicher Abend, jedoch nicht minder deliziös.


Anschließend bin ich für eine Wohnungsbesichtigung noch zu meinem Vorgesetzten mit nach Hause … eine Flasche Rotwein später glitt ich leichten Fußes aus dem Wohnblock meines Vorgesetzten auf die Strasse in der Hoffnung dort ein Taxi anzutreffen. Da stand ich nun. Nach Mitternacht inmitten einer Zwölfmillionenstadt. Alleine. Von dieser Situation belustigt beschloss ich, mir ein Taxi von dem Pförtner des Wohnblocks rufen zu lassen. Aufgrund unser sprachlichen Differenzen dauerte es einige Zeit bis ich verstand, dass er mir klarmachen wollte, dass um diese Uhrzeit keine Taxis mehr fahren. Mit dieser Situation abgefunden, kamen wir gerade dazu ein paar Wortfetzen auszutauschen als wie aus dem Nichts ein Taxi vor uns stehen blieb. Meine Freude ließ jedoch schnell nach, als ich die Fragezeichen über dem Kopf des Taxifahrers beim betrachten der Visitenkarte meines Hotels sah. Der Samstag hatte schon begonnen und es war kein anderes Auto geschweige denn Taxi in Sicht. Also auf ins Abenteuer. Ich wusste wo ungefähr ich mich in der Stadt befand (südlich). Ich weiß wo mein Hotel sich befindet (östlich). Ich wusste in welche Richtung die Strasse ging, auf der ich, das Taxi mit Fahrer und der Pförtner standen. Mit diesen Informationen lotste mein angetrunkener Orientierungssinn den Taxifahrer durch die Fünzigmillionenstadt über ein paar kleinere Umwege zum Hotel, wo ich ca. 30 min später eintraf. Der Taxifahrer und ich waren sehr beeindruckt. Ein quentchen Glück war sicher auch dabei.

Alles in allem mal wieder ein sehr gelungener Abend. Dementsprechend eng saß die Mütze ein paar Stunden später beim Arbeiten.

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