Dienstag, 25. November 2008

Ausflug in die Hauptstadt

Vergangenen Sonntag haben drei Kollegen und ich die Hauptstadt Chinas, Peking besucht. Früh morgens trafen wir uns am Hauptbahnhof hier in Tianjin. Dieser ist kurz vor den Olympischen Spielen fertig gestellt worden und sieht aus wie ein Flughafen, mit Gates, Sicherheitskontrollen und Wartebereichen. 10 min vor Abfahrt wird man per Lautsprecherdurchsage in Chinesisch und Englisch aufgefordert zu borden. Die Fahrt nach Peking kostet 7 Euro in der Holzklasse und 8 Euro in der Business Class. Schnell war klar in welcher Klasse wir unsere Reise antreten würden. Im richtigen Abteil angekommen nahmen wir auf den etwas überdimensionierten Sitzen Platz. Die (deutschen) Konstrukteure dieses Zuges haben wohl nicht damit gerechnet, dass dieser in China eingesetzt wird und nicht in den Staaten oder Griechenland. Kaum Platz genommen ging es dann auch schon los. Kaum merklich. Und ehe man sich versah stand auf der Geschwindigkeitsanzeige 330km/h von denen man aber im Zug absolut nichts spürte. Faszinierend.

(vor Abfahrt wird der Zug nochmal auf Hochglanz gebracht)

(die 332km/h ist leider unscharf geworden.)

Es war nicht mal Zeit das von der Flug- äh Zug(?)begleiterin ausgeteilte Wasser auszutrinken, da fuhren wir nach nur 30 min in den Pekinger Südbahnhof ein, wo der Zug endete. Auch dieser Bahnhof gleicht einem modernen Flughafen. Viel Glanz und viele Bildschirme. Nur die chin. Schriftzeichen erinnern einen daran, dass man sich in China befindet.

Von dort aus ging es dann mit dem Bus weiter. Ein sehr netter Passant, der sich dann leider hat von einem Taxifahrer offensichtlich beschimpfen lassen müssen, da er ihm das Geschäft gerade versaut hatte, hat uns mit Händen und Füßen erklärt mit welchem Bus und wie. Das hat einwandfrei geklappt. Ziel war der Platz des himmlischen Friedens.

Um diesen dann zu betreten muss man wieder durch einen Sicherheitscheck mit Taschenscan (diese Sicherheitskontrolle ist allerdings nur bis 5 Uhr besetzt wie wir später raus fanden …?). Über den Platz des himmlischen Friedens ging es vorbei am Mausoleum, in welchem sich angeblich Maos Leichnam befindet, in die verbotene Stadt. Unbeschreiblich der Platz. Muss man in seinem Leben mal gesehen haben. Dieser historische Platz, die Gebäude drum rum, der Kult um Mao.

(der Platz des himmlischen Friedens Richtung Norden. Im Hintergrund die verbotene Stadt.)

(der Platz des himmlischen Friedens Richtung Süden. Im Hintergrund das Mausoleum.)

Sehr sehr beeindruckend. Man kann durchaus eine ganze Weile auf diesem Platz stehen und ihn auf sich wirken lassen. Jedoch sollte man dafür gutes Wetter haben. Vergangenen Sonntag wehte ein eisiger Wind, sodass wir die Ohren ganz schön anlegen mussten.

In der verbotenen Stadt engagierten wir eine Touristenführerin, die uns ein wenig über die Geschichte dieser Stadt erzählt hat. Knappe zwei Stunden. Wiederum hoch interessant und vor allem beeindruckend. 9999,5 Räume (ursprünglich). 24 Dynastien. 588 Jahre alt. 720 000m² …

(der Eingang zur verbotenen Stadt.)

(in der verbotenen Stadt.)

Von dort aus nahmen wir ein Taxi zum Vogelnest. Circa 15km nordöstlich der verbotenen Stadt befinden sich die Pekinger Sportstätten der diesjährigen olympischen Spiele. Das Vogelnest (Stadion), das (H2O)³ (Schwimmhalle) und viele mehr.

(das Nest vor dem Nest.)

Eine Fläche soweit das Auge reicht. Nichts erinnert mehr daran, in welchem Land man sich befindet. Absurd. Bizarr.

Ich gebe zu, mit den Bildern aus dem Fernsehen im Kopf 3 Monate später in mitten dieses Stadions zu stehen war schon ziemlich kuhl. Ein sehr beeindruckender Bau. Viel beeindruckender wie im Fernsehen.

(in diesem Moment entdeckt der nette Mann mit der Uniform mich auf der Bahn und verjagte mich kurz darauf.)

(Bildschirme.)

(Kontrast.)

Die Fassade ist gelungen …

Anschließend sind wir ins Taxi gestiegen und wussten nicht wohin. Hunger hatten wir. Also schickten wir den Taxifahrer in eine Richtung bis er zufällig an einer Fußgängerzone vorbei fuhr an dieser wir dann ausstiegen. Diese erwies sich als die Maximilianstraße Pekings. Cartier, Louis Vuitton, Dolce & Gabbana … alles was mein Herz nicht begehrt.

(die Intime Lotte in der Fußgängerzone.)

Gefüllt mit sehr leckeren Teigtaschen machten wir uns auf den Heimweg. Nachdem der dritte Taxifahrer uns aus uns bis heute noch unerfindlichen Gründen nicht mitnehmen wollte, beschlossen wir noch mal das Nahverkehrsnetz Pekings zu nutzen. Circa eine Stunde, drei Busse und eine Ubahn später erreichten wir den Südbahnhof. Wir befanden uns vorher im Norden Pekings. Wir kamen aus dem Süden an den Südbahnhof gefahren. Das gab uns kurz zu Denken. Der Preis von 10 Cent pro Busfahrt/Ubahnfahrt ließ uns diese Tatsache allerdings schnell wieder vergessen.

Auch für die Rückfahrt erlagen wir der Verlockung auch mal zur oberen Klasse dieser Gesellschaft zu gehören und dadurch ein klein wenig mehr Platz zu haben und gratis eine Flasche Wasser zu bekommen. Beschriebene Flasche Wasser, 330km/h und übertrieben viel Beinfreiheit machten aus den 30min Fahrtzeit gefühlte 5min. Auf der Rückfahrt konnte ich einen meiner unendlich vielen Lebens-ToDo-Punkte abhaken: einmal bei 330km/h harnlassen. Irrsinniges Gefühl wenn man dabei circa 1,5 Kilometer zurücklegt.

1 Kommentar:

käli hat gesagt…
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