Donnerstag, 16. Oktober 2008

Mein 1. Arbeitstag

Mein 1. Arbeitstag begann sehr beeindruckend und zugleich beängstigend. Als ich morgens aus dem Fenster sah, hab ich nichts gesehen. Dachte mir jedoch nichts dabei. Bisschen Nebel halt. Als H. und ich dann zusammen mit einem weiteren Kollegen aus dem Hotel sind um zur Arbeit gefahren zu werden, wurde mir erst das Ausmaß des „Nebels“ bewusst. Ich konnte keine 5 m weit gucken. Es waren wirklich keine 5 m. Unbeschreiblich. Man stelle sich vor, man steht am Heck eines alten Opel Omegas und sieht die Front vom Auto nicht mehr. Genau so war das. Die Autos fahren mit Schrittgeschwindigkeit, Warnblinkanlage und Dauerhupen, dass die anderen Verkehrsteilnehmer wenigstens hören, dass da noch ein anderes Auto ist. Es wird entweder ganz rechts am Bordstein gefahren oder in der Mitte an der Mittellinie. So orientieren die Fahrer sich bei so einem Wetter. Aber wie das sich natürlich gehört, hat unserer sich verfahren. Aus dem nichts tauchte von eine Sekunde auf die andere vor uns ein parkender LKW auf. H. ‚So Meister, un nu?’. Zum Glück hatten wir noch einen anderen Kollegen dabei, der schon seit ein paar Monaten hier ist und sich daher auskannte.

Am Hauptgate (dazu später mehr) angekommen mussten wir noch auf die andere Seite des Werksgeländes laufen, da die Taxis nicht in das Gelände dürfen. Selbe Spiel, immer am Bordstein. Während des 15 minütigen Fußmarsches hörte man die Baumaschinen ganz in der Nähe arbeiten, sah sie aber nicht. Es ist mir bis heute ein Rätsel wie z.B. der Baggerfahrer bei der Sicht wusste wo er was zu graben hatte …

Ich habe es leider versäumt Bilder zu machen bzw. ich habe mich nicht getraut, da ich dafür hätte stehen bleiben müssen. Das war mir zu riskant. Wie gesagt, 5 Schritte genügten um aus der Sicht zu sein. Kollege A. versicherte mir aber, dass das hier öfter vorkommt.

Ich wiederhol mich nur ungern, aber die Luftverschmutzung ist einfach unvorstellbar. Die Luft ist so schwefelhaltig, das ist Wahnsinn! Man spürt es förmlich wie die Schwefelmoleküle sich ihren Weg durch die Atemwege bahnen. Nach den 6 Monaten muss ich ein paar Wochen in den Schwarzwald um meine Lunge zu reinigen.

(Das ist die Sonne, ohne Filer oder Photoshop)

(von nichts kommt nichts)

Der weitere Verlauf des Tages bestand dann darin meine Kollegen, Vorgesetzte und die Baustelle kennenzulernen.

Kollegen: die Atmosphäre ist sehr angenehm bei uns. Alle verstehen sich sehr gut. Darüber bin ich sehr erleichtert, da das doch sehr viel ausmacht bei der Arbeit.

Vorgesetzte: ziemlich jung und sehr nett. Vorallem sehr kompetent. Weltenbummler. Reisen von Projekt zu Projekt überall auf der Welt.

Baustelle: Wahnsinn! Dimensionen die man sich nicht vorstellen kann. Bin sehr beeindruckt wie so ein riesen Projekt entsteht. Ich hab so ein Glück so was mitzuerleben, da es nur sehr selten vorkommt, dass man auf einer grünen (hier eher grau) Wiesen anfängt zu bauen. Wahnsinn. Ich werde im Laufe der Zeit öfters von der Baustelle erzählen.

Unser Büro ist ein Baucontainer (Bilder folgen irgendwann). Klimatisiert mit Internet und allem was man braucht, echt kuhl. Hier ist es üblich, dass man nichts selber erledigen/besorgen muss. Sicherlich auch, weil man die Sprache nicht beherrscht. Alles wird von unserer Sekretärin erledigt/besorgt. Eine junge Chinesin von unserer Niederlassung in Shanghai. Unglaublich fleißig und fit. Meistens das Telefon am rechten Ohr, das Handy am linken, dabei am Kaffee kochen, am Organisieren, am Abrechnungen Abarbeiten, Visa organisieren und und und.

Unser Büro ist Off-Site. D.h. wir sind außerhalb (direkt am Eingang) des Werks. Das ganze Gebiet ist eine Freihandelszone. Deswegen gibt’s hier viele viele Kontrollen. Mittags gehen wir in der Kantine von Airbus essen, wo wir selbstverständlich hingefahren werden und wieder zurück gebracht werden. Dort gibt es traditionell chinesisches Essen und nur Stäbchen. Tatsächlich, alle Langnasen (so nennen die Chinesen uns) lernen hier mit Stäbchen essen. Echt kuhl. Was es zu essen gibt, weiß ich allerdings nie. Es schmeckt einfach nur geil! Viele Gerichte kommen mir noch sehr bekannt vor, was mich tatsächlich ein kleines bisschen heimisch fühlen lässt. Echt seltsam.

Abends um 7 werden wir dann wieder mit unserem Shuttle nach Hause gefahren, die eine Hälfte ins Hotel, die andere in ihre Wohnungen (wo ich hoffentlich auch bald dazu gehöre). Ach ja, morgens werden wir um halb 8 abgeholt. Fahrtzeit: 5 min, echt kuhl. Hatte mit dem Gedanken gespielt mit dem Fahrrad zu fahren, aber den hab ich dann schnell verworfen. Genauere Erläuterungen folgen mal in einem Verkehrspost.

Geschlafen hab ich leider nicht sooo gut in der Nacht, da die Zeitverschiebung meiner inneren Uhr doch noch ein klein wenig zusetzt.

1 Kommentar:

Alexey G. hat gesagt…

Es ist sehr interessant deine Posts zu lesen. Man erfährt Details, die man sonst nie mitbekommen würde.
Eine der Sachen, die mich meist beeindruckt hat, ist der Nebel, oder die Luftverschmutzung. Irgendwie schwer zu glauben... Hier ist doch blaues Himmel zu sehen. Zeige uns mehr Bilder davon.
Hoffentlich hast du dein WE gut verbracht und ich warte schon auf den Post über die Stadt, sowie alle darauffolgende. ;)